Ein Blog des Q1 Geschichtsprojektkurs im Schuljahr 16/17

 Unser Thema, mit dem wir uns das Schuljahr über beschäftigt haben, ist die „Fehde“ zwischen Köln und Düsseldorf. Wer in einer der beiden Städte am Rhein wohnt, kennt sicherlich die Spitzen und Hiebe gegen jeweils die andere Stadt, sei es wegen Fußball, Karneval oder das bessere Bier..

Aber habt ihr euch schon mal gefragt, ob es historische Gründe für diese Sticheleien gibt?

Wir haben uns einige Untersuchungsaspekte überlegt, um dieser Frage auf den Grund zu gehen. In diesem Blog stellen wir euch unsere Ergebnisse vor und hoffen, obwohl wir alle aus Köln kommen, möglichst objektiv zu sein.

Viel Spaß

 

Advertisements

Der Karneval in Köln und Düsseldorf

Veröffentlicht: September 6, 2017 in Karneval

Kölner und Düsseldorfer liegen sich schon gefühlt seit Urzeiten in den Haaren. Einer der vielen Streitpunkte ist hierbei sicherlich der Karneval, welcher so bedeutend ist, dass er in beiden Städten die „fünfte Jahreszeit“ genannt wird. Doch feiern die beiden Städte den Karneval wirklich so unterschiedlich, wie sie gerne behaupten? Dieser Text soll sich mit dieser Frage neutral beschäftigen und dem Leser einen Überblick über die Gemeinsamkeiten, aber auch über die Unterschiede der Feierlichkeiten in den verschiedenen Städten geben.
Der auffälligste Unterschied zwischen den beiden Städten ist sicherlich der unterschiedliche Narrenruf: „Helau“ in Düsseldorf und „Alaaf“ in Köln. Die schönste Entstehungsgeschichte ist wahrscheinlich diese:
1259 erlangte Köln das so genannte Stapelrecht: jedes Schiff, das Köln passierte, musste seine Waren drei Tage lang den Kölner Bürgern zu einem Vorzugspreis anbieten, der Rest durfte anschließend weiterverschifft werden. Dieses Privileg war den Handelsschiffern ein Dorn im Auge, so dass im Jahre 1285 ein Mainzer Kaufmann mit zwölf bewaffneten Rittern an Bord folgendes verkündete: „Ich vil he lau fahrn“ (Ich will hier ohne weiteres durchfahren). Daraufhin die Kölner: „Al aaflade, ihr sollt al aaflade“ – also: alles abladen. Es endete in einer gewalttätigen Auseinandersetzung. Der Kaufmann segelte schwer verletzt noch fünfzig Kilometer rheinabwärts, bis er an einem kleinen Dorf vor Anker gehen und sich behandeln lassen musste. Seine Ladung wurde hier zum Grundstock einer neuen Stadt: Düsseldorf.
Ein weiterer Unterschied sind die Narrenfiguren, diese erwachen zwar beide am 11.11. und werden am Aschermittwoch verbrannt oder ins Grab getragen, sind aber sonst unterschiedlich.  In Düsseldorf erwacht der Hoppeditz, in Köln der Nubbel. Hoppeditz wird von einem renommierten Karnevalisten verkörpert und eröffnet den Karneval mit einer feierlichen Eröffnungsrede. Der Kölner Nubbel wird an oder in Kneipen aufgehängt und dann in der Nacht auf den Aschermittwoch, nachdem ihm der Prozess gemacht wurde, in dem ihm alle seine Sünden vorgehalten werden, verbrannt.
Als Gemeinsamkeiten gibt es in beiden Städten den Prinz. In Düsseldorf gibt es das Prinzenpaar, welches aus Prinz Karneval und seiner Geliebten Venetia besteht. In Köln gibt es auch einen Prinzen, dieser ist jedoch Teil des Dreigestirns, welches aus dem Prinzen selber, dem Bauer und der Jungfrau besteht.
In beiden Städten gibt es auch einen Rosenmontagszug. Der Düsseldorfer Zug ist für seine politischen Aussagen berühmt und gilt als farbigster und kreativster in Deutschland. Der Kölner Rosenmontagszug ist mit Abstand der älteste und längste Zug in Deutschland. Er ist knapp 6 km lang und jedes Jahr kommen ca. eine Millionen Zuschauer die etwas von den rund 140 Tonnen geworfenen Süßigkeiten ergattern wollen.

Die karnevalistische Stimmung ist allerdings in beiden Städten gleich ausgelassen. Viele Menschen sind verkleidet, es wird gesungen, getanzt, geschunkelt und auch massenhaft Bier getrunken. Welche Sorte auch immer…

Quelle:http://www.koelnliebtduesseldorf.de/karneval.html

Rosenmontagszug

Veröffentlicht: September 6, 2017 in Rosenmontagszüge

Den allseits bekannten Rosenmontagszug gibt es in Köln genauso wie in Düsseldorf. Berühmter ist der Kölner Zug, da er länger ist und mehr Wagen bei ihm mitfahren.
Jedoch hat der Düsseldorfer Rosenmontagszug ein Ass im Ärmel: Jaques Tilly! Tilly ist der Wagenbauer in Düsseldorf, dank ihm gilt die Titelseite beinahe jeder Zeitung, welche über den Rosenmontagszug berichtet, dem Düsseldorfer Rosenmontagszug. Während der Kölner Rosenmontagszug größer und länger ist und mehr Kamelle geworfen werden, sorgt Tilly in Düsseldorf dafür, dass seine Wagen immer politisch gestaltet sind und manchmal unter die Gürtellinie schlagen. Diese „political uncorrectness“ macht den Düsseldorfer Rosenmontagszug einzigartig.
Köln hat auch bald gemerkt, dass Tilly den Düsseldorfer Rosenmontagszug sehr bereichert und wollte dies auch für sich beanspruchen. Und so hat man angeblich versucht, Tilly bei einem Glas Kölsch davon zu überzeugen, für den Kölner Rosenmontagszug die Wagen zu bauen. Dieser lehnte jedoch ab und baut immer noch für Düsseldorf seine berühmt berüchtigten Wagen.
Fakten:
Der Kölner Rosenmontagszug ist mit 7,5 km der größte Deutschlands, 2016 fuhren 120 Festwagen mit und es wurden 300 Tonnen Süßigkeiten verworfen. Im Gegensatz dazu ist der Düsseldorfer Rosenmontagszug mit 72 Festwagen und 40 Tonnen geworfenen Süßigkeiten deutlich kleiner.
Ob man jetzt aber an Rosenmontag nach Köln oder Düsseldorf geht, um sich den Zug anzugucken, bleibt jedem selbst überlassen. Allgemein könnte man sagen, dass man als Satire-Liebhaber lieber nach Düsseldorf sollte und um seinen Vorrat an Süßigkeiten aufzustocken nach Köln.

Aber egal wofür man sich entscheidet, ein einzigartiges Erlebnis mit viel guter Laune wird es bestimmt.

Quellen:http://orange.handelsblatt.com/artikel/21404, https://presse.wdr.de/plounge/tv/wdr_fernsehen/2017/02/20170227_rosenmontagszug.html


Karnevalsgeschichte

Veröffentlicht: September 6, 2017 in Karnevalsgeschichte

Heutzutage ist in Köln und Düsseldorf der Karneval fest verankert und aus beiden Städten nicht mehr wegzudenken. Doch wie entstand dieses Fest, welches ein paar Tage im Jahr beide Städte komplett auf den Kopf stellt und den Ausnahmezustand darstellt?
Köln war früher die römische Niederlassung Colonia Claudia Ara Agrippinensum und diese hatte als Hauptstadt der Provinz Niedergermaniens die Aufgabe, das römische Reich nach außen zu repräsentieren. Da Köln eine Stadt war, hatte sie das Recht, römische Feste zu feiern. Eines dieser Feste war das Fest der „Saturnalien“, welches vom 17. – 19. Dezember gefeiert wurde. Das Fest ehrte den Gott Saturn und erinnerte an eine Zeit, in der es noch keine Sklaven gab.
In diesen Tagen tauschten Sklaven mit Herren und Herrinnen die Gewänder, freie Bürger bewirteten die Sklaven, Schulen waren geschlossen und die Arbeit wurde niedergelegt.
Zu diesen Feierlichkeiten wurde ein Umzug veranstaltet, bei dem ein Schiffskarren (carrus navalis=Karneval) durch die Stadt gezogen wurde. Dieser Karren war mit Bildern von Göttern geschmückt und wurden von einer lärmenden und feiernden Menge begleitet. Der Umzug sollte dabei helfen, den Tod zu verscheuchen. Die Saturnalien wurden noch bis ins 4. Jhd. gefeiert, jedoch veränderte sich das Fest durch griechische, christliche und heidnische Einflüsse mehr und mehr zu dem uns heute bekannten Karnevalstreiben.
Heute wird Karneval im Februar gefeiert, dies geht wahrscheinlich auf den Einfluss der Kelten zurück, die mit dem Fest die Winterdämonen vertreiben wollten. Man nennt den Karneval auch Fastnacht, dies kommt aus dem Mittelalter. Denn im Mittelalter gab es ein riesiges Fest vor der großen Fastenzeit.
Um 1341 weigerte sich die Stadt weiter Zuschüsse für Karneval zu zahlen, da es immer weiter ausartete. Dieses Ausarten, in Form von z.B. Gelagen kritisierte die Kirche scharf, trotzdem feierte auch die Kirche mit, z.B. wurden im Dom und anderen Kirchen der Narrenpapst oder der Narrenbischof gewählt.
Als die Franzosen 1794 Köln besetzen, wurde der Karneval und alle damit verbundenen Feierlichkeiten verboten. Jedoch wanderten die Feiern von den Straßen in die Kneipen, und als die Franzosen merkten, dass man den Karneval kaum verbieten konnte, lösten sie das Verbot 1801 auf. Um 1812 fanden die Franzosen offensichtlich auch Gefallen am Karneval, denn sie nahmen ebenfalls an den Umzügen teil.
1815 kamen wiederum die Preußen und annektierten Köln. Sie erlaubten den Karneval, der sofort wieder ungewollte Ausmaße annahm. Um die Preußen so weit zu besänftigen, dass sie das Fest nicht schon wieder verbieten würden, wurde das Festkomitee Kölner Karneval gegründet, welches den Karneval in einem romantischen Sinne neu gestaltete.
In Düsseldorf gibt es keine Überlieferung über Festigkeiten in den römischen Zeiten, hier tritt der Karneval erst im 15. Jhd, als Fest für den Adel auf, welches jedoch im 16. Jhd. auch von den Bürgerlichen Kreisen aufgegriffen wurde. Der Adel feierte Karneval nach dem Vorbild Venedigs, im Gegensatz dazu feierten die unteren Schichten eher lärmender Natur. Doch auch in Düsseldorf artete der Karneval zu sehr aus und man musste ab 1806 eine Polizeikarte erwerben, um sich auf der Straße verkleiden zu dürfen.
Im Jahre 1825 wurde dann auch unter preußischer Herrschaft, in Anlehnung an das Festkomitee Kölner Karneval, das Carnevals-Comite gegründet.

Quelle:www.duessel-narren.de/karneval/geschichte/text.html, www.koelnerkarneval.de/museum-historie/historische-begriffe/die-geschichte-des-karnevals/

Karnevalslieder

Veröffentlicht: September 6, 2017 in Karnevalslieder

In Köln und Düsseldorf streitet man sich nicht nur über Bier und Fußball. Nein, auch die Karnevalslieder sind ein großer Streitpunkt! In Köln sagt man gerne „In Düsseldorf läuft doch eh nur Kölsche Musik. Die machen uns doch immer alles nach! “ Doch stimmt das auch?
Wenn man nach Düsseldorfer Karnevalsliedern recherchiert, findet man neben Düsseldorfern Klassikern wie „Das Altbierlied“ auch immer wieder Kölsche Karnevalslieder. So empfiehlt z.B. die Internetseite „tonight“ die Top 16 Hits für den Düsseldorfer Karneval an „Altweiber“, von denen sage und schreibe acht Lieder Kölner Hits sind.
Ja, es ist tatsächlich so, dass in Düsseldorf auch sehr viel Kölner Karnevalsmusik läuft. Interessanterweise scheinen die Düsseldorfer Lieder auch ein wenig gewaltbereiter im Bezug auf Kölner zu sein. Während man in Kölner Karnevalsliedern kaum etwas über Düsseldorfer hört, gibt es in Düsseldorf z.B. ein Lied („Da schwimmt ’ne Kölner“), welches davon erzählt, dass in Köln Flut ist, Kölner von dem Rhein erfasst werden und dann in größter Not an Düsseldorf vorbei geschwemmt werden.
Die Lieder an sich sind natürlich Geschmackssache, jedoch ist es Fakt, dass Düsseldorf viele Kölner Lieder in der Karnevalszeit übernimmt und dann zu diesen Liedern Karneval feiert.

Quellen:http://www.tonight.de/duesseldorf/news/musik/neue-alte-karnevalslieder-von-altweiber-aschermittwoch.983440, http://www.wz.de/lokales/duesseldorf/das-sind-die-elf-groessten-duesseldorfer-karnevalshits-1.2114605

Sportliche Rivalität

Veröffentlicht: September 6, 2017 in Sportliche Rivalität

Lebt man in Köln oder Düsseldorf und macht sich Gedanken über die Feindschaft der beiden Städte, kommt einem relativ schnell,wenn nicht sogar sofort, die sportlich Rivalität in den Sinn. Der 1. FC Köln gegen Fortuna Düsseldorf oder der Kölner Eishockey-Club „Kölner Haie“ gegen die Düsseldorfer Eislauf-Gemeinschaft (DEG).
In den Köpfen ist der Wettstreit zwischen dem 1. FC Köln und der Fortuna Düsseldorf vermutlich groß, objektiv gesehen ist er im Fußballsport jedoch kaum noch existent. So trafen die beiden Klubs in den letzten 18 Jahren nur zweimal aufeinander. Im Juli und im Dezember 2013. Dies lag vor allem daran, dass Fortuna Düsseldorf einen sportlichen Niedergang erlebte. Des Weiteren ist die Rivalität der Fußball-Klubs durch andere Duelle abgeschwächt worden. Wenn man als Kölner Club viermal in der Saison ein lokales Aufeinandertreffen hat (Bayer 04 Leverkusen, Borussia Mönchengladbach), denkt man kaum noch an ein anderes Derby, das vielleicht früher einmal brisant war.
Der einzige Sport, in dem die beiden Städte noch regelmäßig aufeinander treffen, ist Eishockey. Die Eishockeyspiele sind zwar auch von Rivalität geprägt, jedoch weit nicht so berühmt und hitzig wie ein Aufeinandertreffen im Fußball.
Ein Ereignis, welches die Fußball-Fehde aus Düsseldorfer Sicht über die Jahrzehnte nährt, ist die Tatsache, dass es Fortuna Düsseldorf zunächst misslang, sich für die im Jahr 1963 neu eingeführte Bundesliga zu qualifizieren, obwohl sie im Jahr zuvor die Meisterschaft gewonnen hatten. Der bereits damals professionell geführte 1.FC Köln bekam diese Qualifikation, ist somit eins der 16 Gründungsmitglieder und gewann die erste Bundesliga-Meisterschaft (1963/64).
Wenn man die Rivalität der Städte analysiert, ist der sportliche Wettkampf zwar selten, aber erbittert und aufgeladen. Dies ist jedoch keinesfalls als Ursache, sondern als Folge einer bestehenden Städte-Antipathie zu sehen.

Medienstadt und Verwaltungsstadt

Veröffentlicht: September 6, 2017 in Medien- vs. Verwaltungsstadt

Neben den Konkurrenzen der beiden Städten, wie der zwischen den Messen, der des ,,besseren“ Bieres, oder der sportlichen Konkurrenz, haben beide Städte auch einen Bereich, in dem ihnen, mindestens im Rheinland, niemand etwas vormacht.
So ist Düsseldorf schon lange als eine große und bedeutende Verwaltungsstadt bekannt, während Köln als ,,Medienstadt“ gilt.

Dass Köln als Deutschlands bedeutendste ,,Medienstadt“ bezeichnet wird, wundert nicht, wenn man sich die Daten hierzu ansieht, denn Köln besitzt mit über 30% den höchsten Produktionsanteil am deutschen Fernsehprogramm. Alleine der WDR beliefert die ARD mit einem Programmanteil von über 20%.
Insgesamt gibt es in Köln rund 350 Film- und Fernsehproduktionsfirmen sowie mehr als 600 Zulieferunternehmen, welche zusammen mit den Fernsehsendern rund 25.000 Personen beschäftigen.
Die wichtigsten Sender in Köln sind mit RTL, RTL 2, Super RTL, VOX, n-tv und dem WDR große Namen.
Mit dem WDR, welcher über 3.700 Angestellten beschäftigt, hat zudem der größte Rundfunkanstalt Deutschlands seinen Sitz in Köln.
Auch für seine großen Plattenlabels war Köln bekannt, allerdings zogen, zusammen mit der Fachmesse für Musik und Entertainment, der ,,Popkomm“, große Namen wie SonyMusic, Jive und ZumbaRecords nach Berlin.

WDR Arkaden in Köln

Auf der anderen Seite ist Düsseldorf schon seit langer Zeit als Verwaltungsstadt, dem ,,Schreibtisch des Ruhrgebiets“, bekannt. Dies war einer der Gründe, aus dem die Stadt am Rhein nach dem zweiten Weltkrieg zur Landeshauptstadt bestimmt wurde (siehe ,,Die Hauptstadtfrage“)
Die Entwicklung der Stadt in diese Richtung bildete sich bereits während der Industrialisierung heraus, als viele, vor allem Eisen und Stahl produzierende, Unternehmen des Ruhrgebietes ihre Sitze in Düsseldorf ansiedelten.
Auch wenn sich das Verwaltungswesen der Stadt inzwischen auf die Lenkung international bedeutender Konzerne ausgeweitet hat, ist Düsseldorf auch heute noch der Sitz der ,,Wirtschaftvereinigung Stahl“ und des ,,Stahl-Zentrums“.
                                                                                     Der Stahlhof in Düsseldorf